Der Flughafenstreik … und die Hartz IV-Spender

Der Flughafenstreik … und die Hartz IV-Spender

In unregelmäßiger Reihenfolge nehme ich Tagesmeldungen der Presse unter die Lupe, genauer unter den Laser und zerlege Pressemeldungen in ihre zahlenmäßigen Bestandteile:

Heute streiken wieder einmal die Sicherheitsleute am Hamburger Flughafen. Das geht den Reisenden total auf die Nerven – sehr verständlich. Außerdem „flammt“ die Mindestlohn-Diskussion wieder auf. Twitterati sei in diesem Zusammenhang empfohlen Prof. @StefanSell und @verdi_Sprecher Christoph Schmitz.

Ich habe den Gegenstand des Streiks einmal nachgerechnet – Sie wissen, das dauert bei mir immer nur 10 Sekunden.

Zurzeit steht das Angebot der Arbeitgeber für das Sicherheitspersonal bei 12,75 Euro Stundenlohn. Was bedeutet dieser Lohn eigentlich für die Betroffenen … für ihre Rente?

12,75 Euro bringen bei einer 40-Stunden Woche ein Bruttogehalt von 2.040 Euro.  Daraus würden bei 40 Jahren Arbeit 816 Euro Rente (das sind rund 120 Euro oberhalb der so genannten Grundsicherung – formerly known as Sozialhilfe).

in 10 Sekunden gerechnet:

Berechnung-Rente-Flughafen

Mal ganz unpolitisch, rein mathematisch:

Wenn ein Sicherheitsmitarbeiter am Airport alle 45 Sekunden einen Gast abfertigt, dann wären das 80 Reisende pro Stunde. Bei 2 Euro Lohnsteigerung müssten bei Weitergabe der Mehrkosten an die Kunden die Ticketpreise um bis zu 3,5 Cent je Fluggast steigen – aber nur in der Economy.

In der Business-Klasse sind die Reisenden, weil Flugprofis, schneller: Alle 30 Sekunden „flutscht“ ein Business-Kunde durch und der/ die Sicherheitsmitarbeiter „schaffen“ 120 Fluggäste je Stunde. Hier kosteten 2 Euro Lohnerhöhung die Business-Gäste nur 1,67 Cent je Ticket. Rein mathematisch gesehen. Natürlich.

Und der Mindestlohn?

Zurzeit pendelt sich der diskutierte Mindestlohn bei 8,50 Euro ein – im Monat wären das 1.360 Euro … und nach 40 Jahren Arbeit 544 Euro Rente.

in 10 Sekunden gerechnet:

Berechnung-8-50-Euro-Mindestlohn

Hartz IV-SPENDER aller Bundesländer vereinigt Euch!

Wenn „Mindestlöhner“ später in Rente gehen, muss der Staat, also der Steuerzahler, die Rente von 544 Euro auf 700 Euro auffüllen. Die Hartz IV-Spender kostet das jeden Monat 156 Euro.

In meinem letzten Blogpost habe ich Talkshow-Menschen einmal eine Moderations-Karte in die Hand gegeben, für die SPONTAN mögliche Frage:

Wie viel muss ein Arbeiter eigentlich verdienen, um nach 40 Jahren Arbeit überhaupt auf das Grundsicherungsniveau zu kommen?

modkarte-mindestlohn-Grafik

Jeder Lohn unter 11 Euro führt später zu sozialen Transfers, weil Staat und Steuerzahler die Rente auffüllen müssen.

Eine politische Diskussion möchte ich hier nicht führen – nur die Zahlen offen legen, damit jeder Diskutant innerhalb zehn Sekunden Aussagen zu Rente & Co materiell bewerten kann.

Nehmen Sie sich 10 Sekunden. Geben Sie Ihrem Kunden 10 Sekunden.

Finanzunternehmen und Finanzberater sollten die schnelle Renten-Analyse nutzen, um den Kunden klar und ohne Fachworte gegenüber zu treten. Deutlich.

in 10 Sekunden berechnet:

Rentenformel-einfach

Bedarf geht vor Produkt.

Bedarf vor Tarif

Und: Wer den finanziellen Bedarf des Kunden transparent erklärt, der hat die Sympathie und das Vertrauen des Kunden. Nun die Frage:

Wo kauft der Kunde dann? Bei Ihnen. Gratulation!

Neutrale Bedarfsrechner gibt es übrigens bei Vertriebstools.

Hier noch ein Nachtrag zum heute bekannt gewordenen Wahlprogramm der Partei „Die Linke“: 

Die Linke - Programm_01

Wer die beiden „SOLL-Bruttolöhne“ vergleicht, merkt: Da fehlen im Monat 1.000 Euro.

Machbar wäre eine Mindestrente von 1.050 Euro, wenn Beitragszuschüsse bezahlt würden (also soziale Transferleistungen):

Bei 1.000 Euro fiktivem „Mehr-Gehalt“ (rein rententechnisch) und 20 Prozent Rentenbeitrag würde das im Monat 200 Euro kosten, die der Staat oder der Arbeitgeber an die Deutsche Rentenversicherung überweisen müsste. 40 Jahre lang: 96.000 Euro!

Die Alternative wäre der (staatliche?) Rentenzuschuss in der Zeit des Ruhestands. Monatlich 378 Euro summierten sich bei 20 Jahre Rentenbezug auf gut 90.000 Euro.

 

 

Nehmt die Fakten.

Ihr/ euer Markus Rieksmeier.

Werbung:

Fachinformation OHNE Fachworte? 0176 9966 5854

Luftschloss-Blog-sehr-gross-jpeg

Neulich in der Talkshow …

Neulich in der Talkshow …


anne-will-jauch-lanz-1

… ging es mal wieder um die Rente.

Dürfen Talkshow-Moderatoren ihre Gäste aufs Kreuz legen? Nein! Aber sie dürfen, nein: sie müssen Dilletanten (und -onkel) überführen.

Beim Thema Rente brauchen sie dafür 10 Sekunden. Genauer: 2 mal 10 Sekunden. Die ersten 10 Sekunden, um die folgende, einfache Rentenformel zu erlernen. Die zweiten 10 Sekunden, um nachzurechnen (und wer das kann, der kann auch mal vor-rechnen).

Also neulich in der Talkshow:

Zugegen waren – neben einem fachkundigen (?) Schauspieler – mehrere Rentenpolitker und ein Sozialverbands-Funktionärs. Also so genannte Experten.

Kurz zur Sache:

Viele Menschen verdienen mit ihrem Job viel zu wenig Geld und bekommen dadurch später nur minimale Renten. Sei es, weil diese Menschen ungelernt, schlecht ausgebildet oder, weil allein erziehend, nur Teilzeit arbeiten können.

Hätte der Moderator diese Moderations-Karte in Händen gehalten, hätte er ja mal fragen können …

modkarte-mindestlohn-Grafik

Jeder, der unter 1.750 Euro verdient oder weniger als 11 Euro die Stunde, dem wird Vater Staat später die Rente aufüllen müssen. So viel zum Thema Volkswirtschaft und Mindestlohn.

NEIN, es geht eigentlich nicht um die Zahl oder das Ergebnis an sich (das Ergebnis stimmt):

Mit Hilfe der FORMEL (!) auf der Moderations-Karte, kann der Moderator SPONTAN JEDE beliebige Frage zur Rente stellen:

Rentenformel-einfach

1. Er kann in 10 Sekunden das Ergebnis SELBST rechnen.

2. Die Frage stellen

und

3. Die Antwort des Experten sofort prüfen und im Dilletantenfalle kompetent klarstellen.

Das glaubt ihr nicht? Nächster Test:

Ehrensold

modkarte-ehrensold-grafik

Die größte Herausforderung bei dieser Berechnung ist noch: Man muss 200.000 Euro Ehrensold durch 12 teilen können: 16.667 Euro im Monat.

555 Jahre. Dies sei unkommentiert. Jedenfalls kann jeder Laie mit der einfachen Formel Rentenberechnungen erstellen oder – wie beim Ehrensold – Verhältnismäßigkeiten ermitteln.

Zurück zur normalen Rente:

Immerhin: Mini-Renten unter 700 Euro füllt der Staat auf (Grundsicherung). Faktisch ist das eine Mindestrente. Merken wir uns diese Zahl: 700 Euro. Haken dran.

Zurück zur Talkshow:

Trotz oder wegen der anstehenden Bundestagswahl am 22. September sprechen Sozialpolitiker und Funktionäre der Sozialverbände über die so genannte Zuschuss-Rente.

Damit sollen weitere 135 Euro „aufgefüllt“ werden. Das sieht dann so aus:

rentenkarte-erklärung-ZUSCHUSSRENTE

Dazu muss man wissen: Viele Geringverdiener stocken ihr Einkommen durch einen Minijob auf. Und: Nicht wenige Minijobber machen das – aus welchen Gründen auch immer – durchaus 30 Jahre lang. Doch!

Minjobs waren bisher rentenversicherungsfrei. Man konnte sie zwar freiwillig rentenpflichtig machen. Das tat aber kaum jemand. Seit diesem Jahr sind Minijobs beitragspflichtig (der Mitarbeiter kann aber immer noch „abwählen“).

Zurück zur Zuschuss-Rente und den 135 Euro …

Ein gut gebriefter Moderator hätte nur diese Moderations-Karte gebraucht:

modkarte-minijob-Grafik

Für viele Sozialpolitiker und Sozialverbände scheinen die volkswirtschaftlichen Rahmen-Bedingungen rund um Arbeit und Rente unveränderlich zu sein. Sie sind gemacht!

Wären Minijobs schon immer beitragspflichtig gewesen, dann …

Minijob_450_30_2_UNIZONE

… wäre die Diskussion um die Zuschuss-Rente erledigt.

… der EIGEN-Beitrag des Minijobbers ist tragbar (bei 450 Euro sind das 17,55 Euro)

… und dem Moderator macht keiner mehr etwas vor.

Im Gegenteil: Er kann sofort auf Aussagen seiner Gäste reagieren. Spontan und verlässlich.

Macht Kompliziertes EINFACH. Nehmt die Fakten.

Ihr/ euer Markus Rieksmeier.

Werbung:

Renten_Block (1)

Wenn Sie nach 22 Jahren ersetzt werden …

.. zahlt Avdocard Ihre Scheidung wohl doch NICHT. Danke für den Hinweis von Sven Hennig!

Machen wir es kurz – dann können wir es kurz machen. Im neuesten Spot wirbt Avdocard mit folgenden Worten:

„Wenn sie nach 22 Jahren ersetzt werden – sogar privat – … dann brauchen Sie den besten Anwalt … „

advocard1-verheiratet

Der Spot beschreibt typische Rechtsschutzfälle und der Betrachter erwartet entsprechenden Versicherungsschutz. Wenn Sie aber nach 22 Jahren privat ersetzt  – geschieden – werden, dann leistet der Versicherer NICHT.

Die Eselsbrücke zur Rechtsschutz-Versicherung:

BAUEN, ERBEN und SCHEIDEN sind nicht versichert.

Auf die Scheidung bezogen: Der Versicherer zahlt fast nichts. Zum „fast“: Es gibt lediglich einen so genannten Beratungs-Rechtsschutz. In der Regel umfasst dieser ein  Gespräch mit dem Rechtsanwalt, nicht aber den gesamten Rechtsgang.

advocard2-scheidung

Ich habe auch mal die Versicherungsbedingungen der Advocard herausgesucht. Hier der Auszug:

advocard3-ARB

Die ganzen Versicherungsbedingungen der Advocard finden Sie hier (ich habe 2012 angeklickt): http://www.advocard.de/downloads.html .

Vom genannten Beratungs-Rechtsschutz abgesehen: Die nicht versicherte Scheidung wird neben andere , versicherte Rechtsfälle in eine Reihe gestellt. Jeder Laie muss also denken (dürfen §), die Scheidung sei mitversichert.

Auch mein Fachkollege Sven Hennig war zunächst positiv überrascht! Sogar uns Fachleute führt die Werbung in die Irre! Sven Hennig hat sich des Themas in seinem Blog auch angenommen. Danke!

Die Werbung könnte durchaus justiziabel sein, weil mit dem Wortverstärker „sogar privat“ zumutbar der Eindruck – ja der Nachdruck – entstehen muss, Scheidung sei versichert.

Das Scheidungsverfahren ist nach wie vor nicht versichert, und es gilt der internationale Anwaltsgruß: „Erst’ma Vorschuss!“

Nachtrag:

Heute noch einmal recherchiert. ARAG leistet auch bei Scheidung: http://www.arag.de/versicherungen/rechtsschutzversicherung/rechtsschutz-scheidung/ 

Bleiben Sie neugierig.

Nehmt die Fakten. Ihr und Euer Markus Rieksmeier

n-tv und Oldtimer (oder die Policen-Garage? :-)

[Redaktioneller Hinweis 1: Wördpräss – wisst Ihr was WYSIWYG ist???!!! Dann macht mal! Eure Usability ist die best-schlechteste. Sonst kriegt Ihr’n Straf-Blog!!!]

[Redaktioneller Hinweis 2: grüne Schrift (zusätzlich mühsam manuell fett gemacht) = dahinter liegt ein Link … um das NICHT zu erkennen muss man NICHT sehbehindert sein, Wördpräss!]

 

Machen wir es kurz – dann können wir es kurz machen:

Nein, hier geht es nicht um Autos, sondern um Kapitalanlagen. n-tv berichtet am 29. Januar vom „Garagengold“: also über die Kapitalanlage in Oldtimer. In einem als Service verkleideten Beitrag beschreibt der Sender, worauf es bei der Kapitalanlage in Oldtimer ankommt.

– Baujahr (soweit klar, je älter, desto besser)

– Stückzahl (ja, je geringer, desto teuer)

– Promifaktor: berühmte Vorbesitzer oder Teilnahme an berühmten Rennen (auch klar)

– Zustand (sowieso, besser: Prix des Concours d’Elegance, Pebble Beach, )

Als Beispiel dient n-tv eine Corvette von 1959 an.

Foto: Wikipedia (lizenzfrei)

Foto: Wikipedia (lizenzfrei)

Im Falle der Corvette heißt es bei n-tv  …

… die „Corvette legte in den letzten zehn Jahren immerhin um ein Drittel zu“.

Nach Adam Riese …

Grafik: Idee Markus Rieksmeier, Ausführung Karen Vollmer

Grafik: Idee Markus Rieksmeier, Ausführung Karen Vollmer

sind das 33,33 Prozent

oder 2,9 Prozent pro Jahr. „Rendite“. Ja Wahnsinnnn!!!

Kostete die Corvette vor zehn Jahren angenommen 100.000 Euro, ist sie heute 133.333,33 Euro wert. Eine anständige Garage kostet im Monat 50 Euro. Macht in zehn Jahren 6.000 Euro und senkt den Endwert – wenn denn verkauft WÜRDE(!) – auf rund 127.000 Euro. Verkauft „würde“: Von Autos, selbst genutzten Immobilien, Goldstücken und alten Meistern kann man bekanntlich nicht abbeißen … und die Rendite ergibt sich erst bei einem Verkauf .

Jetzt sind wir schon bei 2,45 Prozent Rendite.

Kosten für Instandhaltung – in zehn Jahren fällt ja das Eine oder Andere an – nicht eingerechnet: Versicherung für den Garagen-Inhalt oder gar Kasko auch nicht – es geht ja rein um die Kapitalanlage und nicht ums Fahren.

Schimpfen nicht zurzeit (selbst berufene) Verbraucherschützer über die Lebensversicherung und dass diese nur 1,75 Prozent garantiert/ 3,8 Prozent prognostiziert bringt?

Wenigstens muss man für Policen keine Garagen bauen und ihren Inhalt nicht versichern. Policen haben auch keine Reifen, die man erneuern muss; auch brauchen sie keinen Ölwechsel.

Zuschauer, die sich ernsthaft an n-tv orientieren, dürfen sich …

Bobbycar1

Bild: … im Internet 1000 x gefunden

… fühlen.

n-tv: Mal nachdenken, was ihr so erzählt. Und: Wem ihr was erzählt. Wenn ihr mir nicht glaubt: Volker Looman lesen. Jeden Samstag in der FAZ – ab ca. 14:00 Uhr auch online🙂

 

Bleiben Sie neugierig.

Nehmt die Fakten. Ihr und Euer Markus Rieksmeier

 

PS. Immobilienrendite: „Schatz, wir vermieten das Haus und ziehen in die Garage – so wirft die Hütte noch was ab“

PPS. Der Legende nach tauschten Sir Walter Owen Bentley (der Erfinder des Bentley: stark, schwer, schnell) und Ettore Bugatti (Pionier des Automobil-Leichtbaus)  einmal die Autos. Auf Bentleys Frage, wie sich der Wagen denn so fuhr, soll Bugatti geantwortet haben:

„Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es sich beim Bentley um einen Lastwagen handelt.“ Dööööööök

Berufsunfähig – Wenn Krankheit BLEIBT…

Berufsunfähig – Wenn Krankheit BLEIBT…

Sturm-jpeg

Bild Nicolai Jordan-Steeb


Wer krank wird, der erhält zunächst vom Chef eine Lohnfortzahlung, sechs Wochen lang. Dauert die Krankheit länger, dann fließt Krankentagegeld. Von der Gesetzlichen Krankenversicherung kommen dann rund 2/3 des bisherigen Nettogehalts als Ersatz (aber egal was passiert: nach 18 Monaten ist Schluss!).

Soweit zur Gesetzlichen Krankenversicherung (AOK, Techniker, DAK, KKH & Co).

Von der Privaten Krankenversicherung erhalten Sie … so viel wie versichert und so lange, wie Ihr „Status krank“ lautet. Krank bedeutet in diesem Zusammenhang übersetzt „vorübergehend arbeitsunfähig“ … heilbar. Immerhin: Bei den „Privaten“ darf der „vorübergehende“ Zustand „krank“ auch länger dauern und orientiert sich grundsätzlich an den persönlichen Gegebenheiten.

Dazu eine Zahl: Viele Menschen, die schwere Krankheiten erleiden und wieder gesund werden, brauchen insgesamt zwei bis drei Jahre. Bis sie wieder arbeiten können: Zum Beispiel bei Krebserkrankungen inklusive Diagnose, OP, Bestrahlung und Erholung (dieso genannte Rehabilitation).

Exkurs:

Dazu ein wichtiger Hinweis für Selbständige und ihren Versicherungsschutz, mit dem sie ihren Kranken(tage)geld-Versicherungsschutz sinnvoll und bezahlbar ergänzen können: Die so genannte Dread Disease Versicherung, die bei schweren Krankheiten zahlt. Der Bedarf – Ihr Bedarf – errechnet sich so:

2012_DDisease

Grafik: Markus Rieksmeier

Weiter: Also: Achtung!

Prüfen Sie einmal, mit wie wenig Geld Sie im Falle des Falles auskommen müssten, wenn … und erhöhen Sie bei Bedarf Ihr Krankentagegeld. Versorgungs-Ziel sollte mindestens 80 Prozent des Nettoeinkommens sein.

Sobald Sie wieder gesund sind, geht das Leben weiter – mit Arbeit und Einkommen und Auskommen. Werden Sie wieder krank, geht das Ganze vor vorne los: Lohnfortzahlung und eventuell Krankentagegeld. Und so weiter.

Das große Problem entsteht, wenn Krankheit BLEIBT.

Wenn Sie nicht mehr gesund werden, dann ändert sich Ihr Status. Wir wollen hier KEINE Fachbegriffe bemühen außer einem: als „krank“ gelten Sie dann nicht mehr. Also brauchen Sie Geld. Aus anderen Quellen.

Falls Ihnen Ihr Finanzberater das Thema wie folgt visualisiert. Seien Sie ihm dankbar! Sie sind der Empfänger – bei Ihnen entsteht die Botschaft. Korrekt.

Verkaufshilfe oder Verständnishilfe? Beides!

Krankheit. BLEIBT

Krankheit. BLEIBT Grafik: Markus Rieksmeier

Wenn Krankheit BLEIBT, für diesen Fall können Sie Ihre „Renteninformation“ der Deutschen Rentenversicherung bemühen. Dort steht zum Beispiel bei „Erwerbsminderung“ 1.200 Euro Erwerbsminderungsrente. Vergessen Sie den Begriff; merken Sie sich nur 1.200 Euro. Nun vergessen Sie bitte auch diese 1.200 Euro:

EMR-Formel

Grafik Markus Rieksmeier

Die meisten, bei denen Krankheit BLEIBT, erhalten nur die Hälfte: 600 Euro. Kurz zum Grund für diese Halbierung: Noch den allermeisten Betroffenen, die also krank BLEIBEN, unterstellt die Deutsche Rentenversicherung nach Aktenlage, dass sie täglich noch drei bis sechs Stunden arbeiten KÖNNTEN. Nicht können: KÖNNTEN.

Falls Sie jetzt gerade Ihre Renteninformation nicht zur Hand haben:

Auf Basis dieser Aussichten können Sie hier und heute selbst nachrechnen, wie viel Geld Ihnen zusteht, wenn Krankheit BLEIBT:

2012_EM_01_2013 (1)

Grafik: Markus Rieksmeier

Wenn gesund werden ausfällt und Krankheit BLEIBT, dann hilft nur eine so genannte Berufsunfähigkeits-Versicherung, kurz BU (nein: einen freundlicheren Ausdruck haben die Versicherungsleute bisher nicht finden können).

In der Vergangenheit waren BU-Versicherungstarife entweder scheinbar undurchschaubar oder teuer – oder beides. Bis 1994 war das Ganze einfacher, weil die Versicherungsbedingungen (fast) einheitlich waren. Seitdem kocht jeder Versicherer sein eigenes Süppchen, will sagen: die Bedingungen sind fast unvergleichbar.

Immerhin haben Rating-Agenturen in den vergangenen Jahren zur Transparenz beigetragen und brauchbare Vergleiche erstellt. An erster Stelle zu nennen ist sicherlich Franke und Bornberg (http://www.franke-bornberg.de), die vor knapp 20 Jahren den ersten  Versicherungsvergleich bei BU-Versicherungen veröffentlicht haben.

unisex2

Grafik: Karen Vollmer

Seit Ende 2012 gelten auch auf dem BU-Markt neue Regeln. Die Versicherer dürfen nicht mehr nach Männer und Frauen unterscheiden, wenn sie ihre Versicherungstarife errechnen. Also mussten die Versicherer zum neuen Jahr völlig neue Tarife berechnen. Dabei waren die Versicherer sehr kreativ – positiv kreativ:

Demnächst dazu einige aktuelle Beispiele. Sozusagen druckfrisch aus den Laboren und Entwicklungszentren der innovativsten Versicherer auf dem Markt. Bleiben Sie neugierig.

Nehmt die Fakten. Ihr und Euer Markus Rieksmeier

Und wer es genau wissen will:

News und facts rund um die Themen Berufsunfähigkeit und Versicherung sowie zur Privaten Krankenversicherung gibt es auf dem Blog von Sven Hennig, der dem Kleingedruckten auf den Grund geht. Danke Sven, für deine Detailarbeit!

Demnächst im 1. Renten-Comic

Luftschloss-Blog-sehr-gross-jpeg

alle Illustrationen von Karen Vollmer, Idee Markus Rieksmeier

RC1RC2RC3RC5

RC4

RC6RC72012_HR_1_2013_gefüllt